Mehr Mut, bitte!

DIY Weihnachten Selber machen, my himmeli
Egal ob Weihnachtsdeko, Marmelade oder Schal - selber machen macht glücklich!

Marmelade kaufen wir im Supermarkt und haben die Wahl zwischen 30 verschiedenen Sorten. Unser Essen würzen wir "fix'", denn dann kann nichts schiefgehen - und neue Kleidungsstücke tragen wir gern tütenweise nach Hause. Aber: Keine der 30 Sorten Konfitüre schmeckt so gut, wie die eine selbst eingekochte Erdbeermarmelade in den altmodischen Gläsern. Keine Fertigwürzmischung der Welt schafft es, den Duft und das Aroma frischer Kräuter zu imitieren, der durch die Küche strömt, wenn wir selbst würzen und kochen. Und dieser eine selbst gestrickte Schal ist um so vieles wertvoller als all die gekauften Tücher in unserem Schrank.

Ahnt ihr es schon? Ich halte hier mein Plädoyer für das Selbermachen. Dafür, sich zu trauen, es zu versuchen. Dafür, es noch mal zu probieren, wenn es schiefgegangen ist. Und dagegen, den Spruch "Das kann ich nicht!" als Ausrede zu benützen.


DIY - früher Pflicht heute Kür

Selbst zu kochen, zu nähen, zu stricken und zu bauen - für Oma und Opa war das selbstverständlich. Heute staunen wir oft, auf welch kreative Lösungen unsere Vorfahren so kamen, um Dinge selbst herzustellen. Und fasziniert bewundern wir kunstvolle und detailverliebte Verzierungen, mit welchen selbst Gebrauchsgegenstände des Alltags früher verschönert wurden. Ich besitze zum Beispiel immer noch ein Halma-Spielbrett, das mein Großvater für meine Oma irgendwann in den 1960er Jahren auf ein achteckiges Stück Press-Spanholz mit Tusche aufgezeichnet hat. Und eine Truhe aus dieser Zeit - aus massivem Holz selbstgezimmert, der Deckel mit einem knallroten Plüsch-Stoff bezogen.

Ja - ich hör' Euch schon: Selber eine Truhe bauen? Naja …

Aber darum geht es mir nicht. Es geht mir darum, dass ich Euch ermuntern möchte, Euch an kleine Projekte selbst heranzuwagen. Zu versuchen, ohne Gewürzmischung zu kochen. Oder Eure Weihnachtsdeko selbst zu basteln. Geschenkpapier zu bedrucken, Kissen zu nähen, Blumen zu arrangieren, Bilder zu malen - oder was auch immer. 

Sich etwas (zu)trauen - und loslegen

Für Oma und Opa war DIY oft der einzige Weg, um ein Produkt überhaupt besitzen zu können. Heute ist DIY für uns quasi ein Luxus, den wir uns gönnen sollten. Warum? Vielleicht spart man Geld, wenn man etwas selbst herstellt. Und (zumindest meistens) ist selbstgekochtes Essen auch gesünder. Womit ich Euch aber überzeugen will, geht tiefer: Denn selber machen macht stolz. Es macht zufrieden und gibt Dingen oder Speisen Wert. Etwas selber machen, ist das Gegenstück zum Ex- und hopp-Konsum. Etwas selber machen ist individuell, und das Gegenstück kommt von der Stange. In einem Satz gesagt: Selber machen macht glücklich!

Opas Spielbrett ist immer noch in Gebrauch: Als Deko-Objekt und zum Halma spielen natürlich
Opas Spielbrett ist immer noch in Gebrauch: Als Deko-Objekt und zum Halma spielen natürlich

Jetzt kommt das große Aber? "Ich bin nicht so kreativ" … "ich habe zwei linke Hände" … "ich weiß nicht wie es geht" … Mehr Mut bitte, meine Lieben! Glaubt ihr, Opa hatte solche Gedanken, als er mit Bleistift die ersten Striche auf das Halma-Brett gezeichnet hat? Glaubt ihr Oma hatte Angst, dass die Marmelade nicht fest wird, wenn sie einkocht? Hört sich lächerlich an, oder? Denn damals wäre die Alternative einfach gewesen - kein Halma-Spiel und keine Marmelade. Also zuversichtlich ran ans Werk! Wenn der erste Entwurf nicht passt, wird radiert und neu gezeichnet. Wenn die Marmelade nicht fest wird, wird mehr Zitronensaft oder Pektin drangegeben, und weiter gekocht ...

Wir haben heute großes Glück, wir haben das Internet. Auf Millionen DIY-Blogs wird gebastelt was das Zeug hält. Pinterest quillt über vor DIY-Pinnwänden zu allen erdenklichen Themen, auf Youtube wird erklärt und gezeigt wie's geht - nutzt alle Möglichkeiten und legt los! Die Vorweihnachtszeit ist doch ein herrlicher Zeitpunkt, um mit dem Selbermachen zu beginnen! Wie wär's mit Lebkuchen backen? Noch nie getraut? Zeit wird's! 

Projekte, die ich selber unbedingt bald mal ausprobieren möchte, findet Ihr auf meiner neuen DIY-Pinnwand bei Pinterest, die ich laufend erweitern werde. Wenn Ihr Lust habt, folgt mir doch!


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